Mittwoch, 9. Juli 2008

Intermezzo

Nachdem wir mit dem Kreisverkehr gescheitert sind, wenden wir uns eben anderen Themen zu - von der großen Politik nun zu etwas ganz, ganz Winzigem.

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Dr. Alexia Plochmann und Tierarzthelferin Petra Kayser

Der Berger Tierärztin Alexia Plochmann wurden vor kurzem zwei Zwergfledermausbabys gebracht, die auf der Straße gefunden worden waren. Alexia zieht mit ihren Kindern regelmäßig Vogeljunge groß, bei Fledermäusen gelingt das jedoch selten.

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Die Tiere bekommen statt Fledermausmuttermilch eine Mischung aus Katzenmilch, Dosenmilch und Fencheltee aus der Flasche. Sie haben ihr Gewicht schon fast verdoppelt - statt der 3 Gramm bei der Aufnahme vor zwei Wochen wiegen sie bereits 5 Gramm!

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Das Flugtraining an der Stange ist wichtig, weil die Flügel leicht verkleben.

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Die beiden sind nun Alexias ständige Eskorte. Alle zwei Stunden müssen sie die Milchmischung bekommen. Kurz vor dem Auswildern gibt es dann eine leckere Übergangsfütterung mit zunehmendem Anteil an tierischen Eiweißen. Das heißt im Klartext: ausgedrückte Mehlwürmer.

Wildtiere wie diese sollte man nur im Notfall auflesen und auf jeden Fall in fachmännische Hände geben.

Du sollst nicht falsch Zeugnis reden ...

Während die Initiative für Pater L. einfach keine Ruhe gibt und am nächsten Donnerstag (Treffpunkt Kriegerdenkmal) noch einen Fackelzug für ihren Ex-Pfarrer veranstaltet, hat der Pressesprecher der Erzdiözese zu den Protesten um Pater Laurentius Stellung genommen und behauptet, dieser habe die ihm übertragenen Aufgaben nicht erfüllt und "Unfrieden und Streit" gesät:

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Pater Laurentius verläßt die für ihn demonstrierende Kirchengemeinde.

"Um die Person von drei Ordenspriestern, die in Absprache mit ihren Ordensgemeinschaften vorübergehend in der Erzdiözese München und Freising als Pfarradministratoren eingesetzt worden sind, gibt es eine zum Teil mit großen Emotionen seit Monaten geführte Auseinandersetzung, die auch in der regionalen und lokalen Öffentlichkeit Beachtung gefunden hat.

(...) Es war von Anfang klar, dass sie nach einigen Jahren wieder in den Orden zurückkehren werden. Sie waren nie Priester der Erzdiözese. Pater Laurentius Wild und Pater Lutz Hübner hatten Schwierigkeiten und Konflikte mit ihrer Ordensgemeinschaft. Die Erzdiözese war bereit, sie vorübergehend im Erzbistum mit einer Aufgabe zu betrauen, damit sie inneren Abstand und Zeit zum Nachdenken über ihre Berufung in den Ordensstand gewinnen konnten. (...). Von den Ordenspriestern war erwartet worden, dass sie in ihrer Aufgabe als Pfarradministratoren auch ihren Beitrag dazu leisten würden, die Pfarreien darauf vorzubereiten, künftig in einer Pfarreiengemeinschaft mitzuwirken und mit den dazu bestellten Pfarrern zusammenzuarbeiten. Das ist in allen drei Fällen nicht geschehen. Statt dessen haben sie teils durch aktives, teils passives Verhalten zugelassen, dass in den Pfarreien Unfrieden, Streit und Parteiungen um sich gegriffen haben. Manche sind sogar bereit, in völlig unkritischer Weise den eigenen persönlichen Glauben und die Zugehörigkeit zur katholischen Kirche in Frage zu stellen.

Diese Vorgänge zeigen, dass die drei Ordenspriester ihrer Aufgabe nicht gerecht geworden sind, die ihnen im Auftrag des Erzbischofs anvertrauten Gemeinden verantwortungsvoll zu leiten. Um den betroffenen Gemeinden eine realistische und gute Zukunft zu ermöglichen, (...) wird die Entscheidung, dass alle drei Ordenspriester ihre Mitarbeit im Erzbistum zum 31. August 2008 beenden, noch einmal ausdrücklich bestätigt."

Die ganze Pressemeldung findet sich hier: http://www.erzbistum-muenchen.de/EMF009/EMF000828.asp?NewsID=14240

Dienstag, 8. Juli 2008

Gemeinderatssitzung: Alles umsonst! QUH kippt um. Jetzt sind wir fast schon für den Kreisverkehr!

Im Vorfeld schon Aufregung: Der Antrag der QUH für das Bürgerbegehren gegen den Kreisverkehr kam zu spät und wird in der heutigen Sitzung nicht verhandelt werden. Frust und Kampfesstimmung, die am Ende in Totalfrust umschlägt; aber dazu später.
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Erst die Sitzung: Das Dauerthema "Flachdächer in Allmannshausen" erreichte ein neues Absurditätsniveau: Nachdem erst eine Satteldachsatzung beschlossen (wir fluchten!), dann begründeterweise aber ein Flachdach genehmigt wurde (wir jubelten!), wurde heute durch die sich radikalisierenden konservativen Kräfte (Gastl-Pischetsrieder nahm das Wort "Sch..." in den Mund) der vernünftige Vorschlag des Bürgermeisters, diese Satzung wieder abzuschaffen, knapp abgelehnt (11:8, wir fluchten wieder, arme Bauherren!). Chaos unter den Räten: Die EUW stimmt mal so, mal so, die SPD anders als ihr Vorsitzender, die CSU fundamentalistisch, ihr Vorsitzende aber anders als angekündigt, die BürgerGemeinschaft begründet lange, wieso sie immer anders abstimmt. Die QUH zeigte als einzige Partei (neben Gerd Jäger) ein konsequentes Abstimmungsverhalten, aber unterlag. Wir begrüßten von Anfang an die moderne, auch von den Nachbarn gewünschte Bebauung: - Umsonst! Satteldachfertigvillen, ab nach Allmannshausen! Die gefeierte Genehmigung des Flachdaches aus der letzten Sitzung könnte damit auch hinfällig sein. So handelt man sich Klagen ein. Das Kloster Aufkirchen mit seinem Walmdach dürfte demnach in Allmannshausen gar nicht gebaut werden!
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Noch absurder (und diesmal waren wir mit den Fundamentalisten von der CSU, unterlagen aber erneut): Am Gletscherschliff in Berg hat die Investorenfirma sich nicht an den Bebauungsplan gehalten und bekommt jetzt einen kleine Illegalität nach der anderen nachträglich genehmigt: Erst eine Garage, dann einen Carport, dann Carports für alle. Nur eine Sternwarte wurde noch nicht beantragt. Fassungslosigkeit! Aber es kam noch schlimmer.

Nach dem Ende der reichlich frustrierenden Sitzung klärte uns dann Jurist Andi Hlavaty darüber auf, dass mit einem Bürgerbegehren gegen den Kreisverkehr auch das Trainingsgelände Berg Nord hinfällig wäre. - Aber wieso denn das? - Weil das Trainingsgelände und der Kreisverkehr in einem gemeinsamen Bebauungsplan genehmigt würden! - Ach Quatsch! - Doch! - Nein! - Wenn ich es Euch sage! - Das kann nicht sein! - Ist aber so!

Verdammt klug eingefädelt. Denn wenn wir jetzt gegen den Kreisel vorgehen (wofür sich in der Gemeinde wahrscheinlich eine Mehrheit finden würde), gefährden wir die Planung für Berg Nord und das "Betreute Wohnen" (was wir natürlich nicht wollen).

Wenn aber keiner gegen den Kreisverkehr vorgeht, sind nicht nur die Kinder, die die Straße zum zukünftigen Trainingsplatz überqueren, noch mehr gefährdet, sondern alle Voraussetzungen geschaffen für einen Supermarkt am Huberfeld. Und Berg gehorcht endgültig der international gültigen Formel: Kreisverkehr - Discounter links - Tankstelle - Supermarkt rechts - Ampel - und durch (ein Drive-In fehlt noch).
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Die Zukunft für Berg: Hinter dem Berg die Fußgänger.

Der QUH sind in ihrer Fassungslosigkeit über einen fußgängerfeindlichen und wahrscheinlich häßlichen Kreisel die Hände gebunden. Wir kommen zu spät. Anfängerfehler; Häme über unsere Blauäugigkeit. Wenn irgendjemand einen Ausweg aus diesem Dilemma weiß, soll er es uns sagen. Vielleicht lassen sich noch ein paar Details korrigieren. Und überhaupt sei der Kreisel auch gar nicht fast so groß wie ein halbes Fußballfeld, sondern nur etwas größer als zwei Strafräume. - Ein schwacher Trost!

QUH beantragt Bürgerbegehren im Rat

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Aufgrund der ungewöhnlich zahlreichen Reaktionen auf das Kreisverkehrthema werden wir heute Abend dem Gemeinderat vorschlagen, ein Bürgerbegehren durchzuführen. Die Antragstellung und Begründung finden Sie im Wortlaut hier:
Kreisverkehr1 (pdf, 27 KB)

"Sehr geehrter Bürgermeister Monn, sehr geehrte Damen und Herren des Gemeinderates,

für die QUH-Fraktion bitten wir, aus aktuellem Anlass für die Sitzung am 10.7.08 noch folgenden Punkt zur Abstimmung auf die Tagesordnung zu setzen:

- „Der Berger Gemeinderat beschließt nach Art. 18a Abs. 2 GO die Durchführung eines Bürgerentscheids zur Planung und zum Bau eines Kreisverkehrs am Ortseingang Berg. Das Bürgerbegehren soll – um Kosten zu sparen – parallel zur Landtagswahl am 21.09.08 durchgeführt werden und stellt die Frage (Formulierungsvorschlag):

„Befürworten Sie das Vorhaben, am Ortseingang von Berg einen Kreisverkehr in der geplanten Größe (Durchmesser 35 m plus Radwege) zu errichten?“ - JA / NEIN

Begründung: Die an uns herangetragenen Meinungen und Briefe aus der Gemeinde legen für die QUH die Annahme nahe, dass die Errichtung des geplanten Kreisverkehrs nicht dem Willen der Bevölkerung entspricht. Das vorrangigste Problem, die Querung der Staatsstraße für Fußgänger und Radfahrer wird nicht gelöst, sondern verschärft. Das geplante Ausmaß (35m plus Radwege) dieses am Ostufer einmaligen Kreisverkehrs entspricht nicht den neuen Erfordernissen (Betreutes Wohnen, MTV-Trainingsplatz). Das Geld (mindestens 214.000€) sollte anderweitig in die Lösung dringender Verkehrsprobleme investiert werden."

Brechende Neuigkeit: QUH beantragt Bürgerbegehren zum Kreisverkehr

kreisdurch
Gleich mehr, wenn wir den Antrag bei der Gemeinde abgegeben haben!

Montag, 7. Juli 2008

Widerstand gegen den Kreisverkehr

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Während wir überlegen, was wir in Sachen Kreisverkehr politisch unternehmen, und nach Alternativen suchen, ...
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Z.B. Temporeduzierung durch Mittelinsel in Wembach-Hahn (wo immer das sein mag)?

... erreichen uns aus der Gemeinde immer mehr Briefe wie dieser (sie stehen symptomatisch für all die vielen Ansprachen, die wir bekommen):

"Liebe Quhler,
Ich habe mit Verwunderung in der Zeitung gelesen, dass am Ortseingang von Berg ein Kreisverkehr geplant ist. Das erscheint doch wohl mehr als
übertrieben. (...) Selbst wenn man dort noch einen Supermarkt bauen
sollte scheint mir der Kreisverkehr trotz neuem Fussballplatz etc, nicht
nötig zu sein.
M.E. kann man die Gelder für den Kreisverkehr weit sinnvoller anlegen, z.B. Weiterbau des Fuß- und Radweges nach Allmannshausen. Daher finde ich, dass ihr hier klar Position gegen den Kreisverkehr einnehmen solltet und eine derartige Gelderverschwendung verhindert.
S."

"Hallo und Guten Morgen,
was denken wir über den Kreisverkehr? Ich möchte die Frage erweitern - Wem zum Vorteil? Da es für die Anwohner keinen Sinn macht - Menschen aber auf Sinn ausgerichtet sind und sei dieser noch so quer - also für wen oder was? Ist da etwas eine Entscheidung einfach so an uns vorbeigeflogen oder wurde sie ungewöhnlicherweise nicht medial ausgeschlachtet? Alles Fragen die mich als entmündigte Bürgerin beschäftigen. Wie kommt es, dass die Gemeinde soviel Geld hat? (...)
Konkret, was kann getan werden um diese Entscheidung ( wer hat die eigentlich gefällt? ) zu korrigieren? Wenn Sie Ideen haben - ich bin dabei.
I. E."

"Liebe Frau Link
Als Argument gegen den Kreisverkehr könnte man noch vorbringen, dass es für Fussgänger/Radfahrer noch gefährlicher wird die Strasse zu überqueren. Ich habe 2 Kids, die hier trotz Mittelinsel beim überqueren sehr unsicher sind. Vielleicht ist statt Kreisverkehr ein Zebrastreifen oder eine Ampel wie am Ortsausgang sinnvoller und man wartet nicht ab, bis etwas passiert, bis man handelt.
Mit freundlichen Grüßen
St. S."

Wir freuen uns weiter über jede Zuschrift z.B. über link@quh-berg.de oder info@quh-berg.de und sehen sie als weiteren Ansporn, aktiv zu werden.

Kreis verkehrt! Braucht Berg ein Bürgerbegehren?

kreisrot
Der verkehrte und eine Viertelmillion teure Kreisel am Ortseingang ist eigentlich beschlossene Sache. Beschlossen hat ihn der alte Gemeinderat. Die jetzt geplante Größenordnung, von der zuvor niemand wußte, entrüstet die Berger Bürger allerdings so sehr, dass an uns von der QUH, die wir als Einzige gegen den Plan stimmten, andauernd Anfragen herangetragen werden, was man als Bürger denn gegen einen solchen "Irrsinn" tun könne.

Im Gemeinderat können wir von der QUH leider keine Mehrheit für einen Planungsstop erkennen. Dort wurde der Plan mit 17:4 Stimmen durchgewunken. Auf unsere Fragen, wo die Fußgänger die Straße überqueren sollten, wurden keine befriedigenden Antworten gegeben.

Anders sieht es außerhalb des Gemeinderates, auf den Straßen und Sportplätzen, in den Kneipen und Biergärten aus: Unter den Berger Bürgern ist die Stimmung eine ganz andere: Es herrscht Entrüstung über das Projekt, das niemand so richtig will.

Es wäre also entweder Zeit für ein politisches Umdenken ... oder für etwas Basisdemokratie. Die QUH erwägt ernsthaft, ob sie ein Bürgerbegehren fordern soll. Dazu müßte man Unterschriften von 10% der Wahlberechtigten sammeln. Für die Gemeinde Berg sind das fast 700 ...

Sonntag, 6. Juli 2008

QUH-Atelier-Preise

in dieser Minute schließen die Berger Ateliers ihre Pforten. Der Schlechtwettereinbruch brachte noch einmal zusätzliche Besucher. Zeit, den undotierten QUH-Atelierpreis zu vergeben. Im letzten Jahr gewann diesen Preis Sebastian Heinsdorff aus Irschenhausen.
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Sebastian Heinsdorff. Letztjähriger Preisträger des QUH-Atelier-Preises. Fällt Ihnen auf dem Photo etwas auf? Na? Links auf dem Fensterbrett!

Leider waren bei Sebastian Heinsdorff im Großen und Ganzen die gleichen Werke zu sehen wie im letzten Jahr, sodaß er in diesem Jahr nur den feuchten Händedruck bekam, den er sich im letzten Jahr verdient hatte.

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Elke Link überreicht den QUH-Atelier-Preis: Einen feuchten Händedruck.

Und damit - Tatatataaaa! - zu den diesjährigen Preisträgern. Der QUH-Atelier-Preis 2008 geht an Roman Woerndl für seine singende Skulptur "La Mer".

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Betörte die Jury durch ihren Gesang: Platz 1 für Roman Woerndls Stahlwelle.

Außerdem werden von der mobilen QUH-Jury zwei Sonderpreise vergeben: Den Dialektik-Sonderpreis gewinnt Dazze Kammerl für seinen von Äpfeln umlauerten Wurm.
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Hat sein Leben der Kunst geopfert: Dazze Kammerls Wurm.

Den Grammatik-Förderpreis bekommt Hans Panschar für seinen überaus originellen Beitrag zur diesjährigen Gemeinschaftsarbeit "Götterspeise": Hans nannte sein Multiple: "Der Spieß des Poseidons"
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Der beste Beitrag zur Gemeinschaftsarbeit: Hans Panschar.

Die Preise in Gestalt von QUH-Händedrücken werden bei Gelegenheit verteilt.

In Berger Ateliers Folge 7: Bei Hannelore Jüterbock in Allmannshausen

Heute ist der letzte Tag der Ateliertage. Heute Abend erfolgt die Bekanntgabe der diesjährigen Preisträger des undotierten QUH-Atelierpreises.

Für den Abschluß unserer Serie "In Berger Ateliers" haben wir uns den Besuch bei Bergs "etabliertester" Künstlerin Hannelore Jüterbock aufgehoben, die stolz auf Ateliers in Portugal und an der Cote d'Azur sowie auf internationale Ausstellungsbeteiligungen verweisen kann.

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Hannelore Jüterbock in ihrem Atelier, im Schatten einer Plexiglasskulptur

Hannelore Jüterbock hat vor einigen Jahren eine fatale Liebe zu einem eigentlich unkünstlerischem Werkstoff, dem Plexiglas, entdeckt. Dieser Ausflug ins Plastikartige brachte ihr einige spektakuläre Aufträge für Objekte im Außenbereich ein: Darunter die bekannte Leuchtstele im See vor Starnberg, aber auch vor dem Casino in Monaco stand schon mal so ein Ding.


Springbrunnenkunst aus Berg auf der internationalen Bühne in Monaco.

In ihrem Berger Atelier kann man sowohl kleine trickreiche Plexiglasskulpturen umrunden, die andauernd ihr Aussehen wechseln ...

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... als auch unter Hannelores Gemälden stöbern, die ähnlich lichtdurchflutet sind wie die Plexiglasskulpturen (und uns - ehrlich gesagt - auch weitaus besser gefallen).

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Ist es das Licht von Bayern, Portugal oder Südfrankreich, das zu solchen Bildern inspiriert?

In Berger Ateliers Folge 6: Bei Lucie Plaschka auf der Maxhöhe

Lucie Plaschka muß man manchmal vor ihren Bewunderinnen in Schutz nehmen. Die "Süddeutsche Zeitung" etwa (die es für ihren Bericht über die Ateliertage nicht für nötig befand, die Ateliers auch zu besuchen) schreibt über Lucie (mit pathetischer Stimme zu deklamieren): "Sie sieht das Fließen zwischen Himmel und Erde, das für sie in ihren ebenso ästhetischen wie puristischen und immer sehr eigenwilligen Materialcollagen durch die Musen, die Boten zwischen oben und unten verkörpert wird."

Wir müssen gestehen, dass wir das leere Pathos dieser adjektivseeligen Zeilen in den Werken nicht gesehen haben, sondern uns mit Lucie nett und erdverbunden über eine Sammlung von Seifenstücken im Eck ihres Ateliers unterhalten haben (Lucie: "Genau, darüber müßte man mal etwas machen! Tolles Thema!")

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Lucies leichte Musen aus Papier.

Darüber hinaus verblüfft uns Lucie Plaschka jedes Jahr wieder. Weniger durch ihre eigenen Arbeiten mit Papier, die von gleichbelibendem Niveau sind, sondern durch ihr großes Geschick als Kuratorin. Die Gäste, die in ihrer himmelblauen Garage ausstellen dürfen, sind jedes Jahr eine echte Entdeckung. In diesem Jahr: Katharina Boxberger, die in ihrer Königsdorfer Heimat auf Spurensuche gegangen ist und Wege, Zeitungsartikel, alltägliche Reliquien des Alltagslebens in Büchern, Zettelkästen, Bildern, Collagen versammelt.

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Alltagsdokumentation von Katharina Bocksberger

Bär Bruno – juristisch ist er eine Schnecke – Der Mörserturm – juristisch ist er jetzt eine Sternwarte

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Vor dem Münchner Verwaltungsgericht galt der hektische Medienrummel dem „Problembären“ Bruno, wie ihn Stoiber genannt hatte, dem ersten deutschen Braunbären seit 170 Jahren, der nun ausgestopft im Münchner Museum Mensch und Natur ausgestellt wird. Ein Münchner Rechtsanwalt von der Umweltaktion David gegen Goliath zog vor Gericht, weil die aus seiner Sicht falsche Reaktion des Staates, die Tötung des Tieres, sich beim nächsten bayerischen Bären nicht wiederholen soll.
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Juristisch gesehen ist Bruno nach Ansicht des Vorsitzenden Richters Volker Berberich aber nichts anderes als eine Weinbergschnecke. Wird diese eingesammelt, um in Weißweinsoße gekocht auf der Zunge zu zergehen, dürfe auch kein Bürger klagen, weil er diese individuelle Schnecke zwar auf seinem Teller, nicht aber in der freien Natur betrachten könne.

Diese natürliche und bestechende Logik der Justizia steckt nun auch im Tenor des aktuellen Mörserturm-Urteils, dessen Vorsitzender Richter Berberich (links im Bild) den Mörserturm zu einer Sternenwarte legitimierte. Der Landrat hat gegen das Urteil Berufung eingelegt.

Euer Melker (Jokl Kaske)

Samstag, 5. Juli 2008

Fast Prügelei am Lohacker, oder: Soviel Fußball ist selten!

39 Freizeit-Kicker-Mannschaften kämpften am Samstag am Lohacker um den traditionellen Ostufer-Cup des MTV Berg. Die Mannschaften trugen Namen wie "Dante's Purgatorio" (der spätere Gewinner), "K.K. Scheisse 05" oder "Sportfreunde Maxhöhe".

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Noch siegesgewiß: Altstars Scholzi und Willi von den "Sportfreunden Maxhöhe"

Eigentlich ein Spaßturnier und dennoch kam es im Viertelfinale zum Eklat und fast zur Prügelei. Und das kam so: Besonders viel vorgenommen hatten sich die "Söhne Siggi's", eine Mannschaft, die aus der legendären D-Jugend des MTV hervorgegangen ist. Einer Mannschaft, die danach wegen ihrer spielerischen Klasse in alle Winde und Vereine (FC Bayern, FC Augsburg, FT Starnberg) zerstreut wurde und dort inzwischen in den A-Jugenden auf Bundes- und Landesliganiveau spielt.

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Legendärer MTV-Jugendtrainer Siggi Grzyb-Friedrich. Ihm zu Ehren spielen die "Söhne Siggi's".

Jedenfalls wollten die Jugendlichen von "Söhne Siggi's" zeigen, was sie in der Welt gelernt haben und das Erwachsenen-Turnier gewinnen. In den Vorrundenspielen lief auch alles nach Plan. Man gewann alle Spiele, selbst das gegen das favorisierte Berger "Weiße Ballett" ... bis zum Viertelfinale!
Im Viertelfinale gerieten die "Söhne Siggi's" unglücklich 1:0 in Rückstand und waren dann nicht nervenstark genug, gegen die bullenstarken und reichlich unfair spielenden "Red Power" aus München aufzuholen.

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Am Boden zerstört: Autschi, Fipsi und Schande von den "Söhnen Siggi's"

Ein überforderter Schiedsrichter, der mehrere Tätlichkeiten und Handspiele der Gegner ohne Zeitstrafen durchgehen ließ, tat sein übriges, die Emotionen hochzuputschen: Das Spiel ging verloren, die Zuschauer und die "Söhne" auf die Barrikaden. ... Es kam gar zu einigen Rangeleien und noch stundenlang wurde über dieses "verpfiffene" Spiel diskutiert. Die Heimkehr der verlorenen Fußballsöhne Bergs ist schief gelaufen. Die Fußballtalente Mino Kayser, Stephan Brunnhuber, Felix Link, Ferdi Weck, Manu Ujcic, Fabi Kaske, Florian Auburger, Micha Kiparski und alle anderen (nur Poldi Obermaier spielt bei Berg) werden weiterhin woanders siegen und feiern. Den Lohacker verließen die Jugendlichen, die schon im letzten Jahr unglücklich ausgeschieden waren, wütend und enttäuscht.

Aber abgesehen von dieser Schlappe für die Jungen war es ein phantastisch schöner, fröhlicher Tag voll Schweiß. Gesprächen und Gelächter.

In Berger Ateliers Folge 5: Bei Hans Panschar in Allmannshausen

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Elke Link kauft einen Panschar

Auch Hans Panschar darf sich "offizieller Kunst-Ausstatter der QUH" nennen. Das heißt: Alle 4 QUH-Gemeinderäte besitzen mindestens eine seiner gleichzeitig einfachen, wie trickreichen Holzskulpturen. Aus Erfahrung können wir bestätigen: Auch nach vielen Jahren sind seine Holzstühle oder Städte noch eine Bereicherung für jedes Wohnzimmer.

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Elke Link betrachtet einen Panschar

Draußen vor der Tür lebt Hans seine Neigung zu Großskulpturen aus. Und gerne erinnern wir uns noch an jenen Vormittag, als wir den Nachbarn traurig beim Fällen einer alten, morschen Buche zusahen, bis uns einfiel, dass Hans doch sicher als mobile ästhetische Eingreiftruppe aus dem Baumstumpf einen Panschar machen könnte. Also: 1. Anruf bei den Nachbarn - 2. Anruf bei Hans - 3. Sofortiger Stop der Fällarbeiten. - 4. Hans macht sich ans Werk. Seitdem freuen wir uns (5.) täglich über den echten Panschar vor unserem Haus:
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Ein immobiler Panschar in Berg (Etztalstraße)

Mich hat Hans dieses Jahr eingeladen, sein Gast während der Ateliertage zu sein. Meine Arbeit heißt "schiphol" und besteht aus einem Buchobjekt und aus einer mp3-Datei, die man auch hier herunterladen kann: . Was aber den Besuch bei Panschar natürlich nicht ersetzt!

Ein Ammer auf einem Panschar.

In Berger Ateliers Folge 4: bei den drei Damen in einem versteckten Stadl der Raiffeisenbank

Sabine Beck (filigrane Lithographien und farbige Radierungen) - Birgit Berends-Wöhrl (archaische Skulpturen und Installationen) und Teresa Erhart (verspielt skurrile Zeichnungen) das ist wahrlich ein abwechslungsreiches Spektrum zum Thema Götterspeise in der Mitte von Aufkirchen, man findet es kaum.
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In der Ruhe und Weite eines ehemaligen Raiba-Stadl's im ersten Stock sind die Arbeiten der drei Künstlerinnen mit viel Sorgfalt ausgestellt, unten im EG das Bildhauer-Atelier von Berends-Wöhrl. Stolz trug der Melker eine Gemeinschaftsarbeit aller Atelierkünstler mit nach Hause.
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Eine Stadl-Installation von Birgit Berends-Wöhrl

Julistress

Der Juli ist terminlich gemeinhin der engste Monat. Allüberall wollen - bevor die großen Ferien kommen - noch Biergärten besessen, Feste gefeiert, Brücken geweiht und Turniere gespielt werden. Gestern beispielsweise wurden von Bürgermeister, Gemeinderäten und Kirchenvertretern, allein 2 Brücken (Farchach und Manthal) und ein Kindergarten (Höhenrain) nach Umbauarbeiten eingeweiht.
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Was lange klebt wird endlich Brücke: Farchach.

Heute spielen am Lohacker 40 Freizeitkickermannschaften um den Ostufercup und die Ateliertage haben auch noch offen. Vor allem: die QUH-Fraktion begibt sich wieder auf ihre Radltour durch die Gemeinde, um die nächste Ratssitzung vorzubereiten. Wir sehen uns!

Freitag, 4. Juli 2008

EM-Nachlese

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Journalistentag beim MTV-Unternehmerstammtisch: Christian Kalinkes Gäste waren diesmal Hansi Kleiner (links im Bild) und N24 Reporter Uli Köhler (Mitte).
Hansi Kleiner ist gemeinsam mit Holger Schmidtke Gründer und Herausgeber der Fußballzeitschrift FUSSBALL VORORT. Die Zeitschrift erscheint mittlerweile in der stattlichen Auflage von verkauften 2500 Stück (wöchentlich!) und berichtet über Spiele von der Kreisklasse bis zur Bayernliga. (Wir bringen an dieser Stelle noch ein gesondertes Interview.)
Uli Köhler outete sich im Anschluss als Gomez-Fan und brachte die Anwesenden in gefühlten Kontakt mit Kahn, Klinsmann und Metzelders Bart.

Ein Zuckerl servierte noch Hansi Kleiner: Ein adidas-Retro-Trikot mit Original-Unterschrift von Gerd Müller war der Preis für denjenigen, der wusste, in welchem Verein Gerd Müller seine Fußballkarriere gestartet hatte. Kaum war die Frage gestellt, schon rief Ex-Gemeinderat und bekennender Fußballfan Christoph Eisenhut: "Nördlingen!" Er hatte nicht nur recht, sondern auch das Trikot gewonnen.
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Und da Christoph schon immer ein großes Herz für die Fußballjugend hatte, drückte er das Trikot gleich Elke Link in die Hand, die es noch dieses Jahr im Rahmen einer MTV-Veranstaltung zugunsten der Jugendabteilung versteigern wird. Großartig!
(Fotos: HP Höck)

Kreis-Verkehrt!

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"Verwunderung", "kompletter Schwachsinn", "kein Sinn für einen Kreisel in Berg", "Hoffnung auf ein Aufwachen der Gemeinde", "Bitte nicht diesen Kreisverkehr". So der Tenor der Zuschriften auf unseren Blog-Beitrag von gestern (Siehe die Kommentare zu meinem unten stehenden Artikel).

Selten hat es auf eine einfache Meinungsäußerung der QUH ein solches Echo gegeben. Es kam zu spontanen Parteieintritten und wir bekommen so viele aufmunternde Mails und Kommentare wie selten. Am Stammtisch und im Laden werden wir sofort angesprochen, wie man denn den Kreisverkehr ("Ist der wirklich so groß?") noch verhindern könnte.

Da gilt es zunächst die Gemeinderäte, die dem Projekt zugestimmt haben (und das sind außer der QUH alle), persönlich anzusprechen. Wir von der QUH werden jedenfalls weiter unser bestes geben und planen schon den "Widerstand".

Donnerstag, 3. Juli 2008

Kein Kreisverkehr am Ortseingang!

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Wie berichtet, plant die Gemeinde Berg am Ortseingang von Oberberg einen riesigen Kreisverkehr. Nördlich der Stelle, wo jetzt eine Querungshilfe Fußgängern und Radfahrern es nur unwesentlich erleichtert, die Staatsstraße zu überqueren, soll ein Rondell mit 35 Metern Durchmesser entstehen. Dazu kommen die rings geführten Radwege und Böschungen und die vom Straßenbauamt geforderten Aufbauten in der Mitte des Kreisels. Insgesamt soll hier somit ein Bauwerk von der Größe eines halben Fußballfeldes entstehen, das geschätzt 214.000 € kosten wird (hinzu kommen die Kosten für Grundstückserwerb). Der Eindruck von Berg wäre dann der eines beliebigen Straßendorfes, in dem Autos wichtiger sind als die Menschen, die hier leben.

Gegen die Stimmen der QUH genehmigte der Gemeinderat diese gleichzeitig gigantomanische, wie falsche Planung, die am Ostufer auch einzigartig in ihrer Unnötigkeit wäre.

Unsere Gründe für die Ablehnung:

1. An der fraglichen Stelle ist - entgegen anderen Gemeindeteilen wie Höhenrain, Kempfenhausen oder Allmannshausen - nicht die zu hohe Geschwindigkeit der Autos das Problem, sondern die Unmöglichkeit für Radfahrer, Fußgänger, Kinder die Straße zu überqueren. Diese Unmöglichkeit bleibt bestehen und wird durch einen Kreisverkehr sogar noch verstärkt! Kein Kind mit Fahrrad wird beim Überqueren die komplizierten Vorfahrtsregeln verstehen. Es kann ankommende Autos auch gar nicht mehr sehen.

Kurzum: Geplant wird hier für Autos, nicht für Menschen!

2. Bei der Vorstellung der Pläne zeigte sich, dass der Straßenplaner von falschen Voraussetzungen ausgeht: Er behauptete: "Auf der Staatsstraße fahren täglich 12.000 Autos (oder mehr), ins Huberfeld dürften es nicht viel weniger sein!" - Jeder Planer, der sich nur 10 Minuten an die Kreuzung gestellt hätte, sieht, dass ins Huberfeld kaum Autos abbiegen. An der Stelle existiert keine wirkliche Kreuzung! Jetzt wird die Einfahrt für abbiegende Großlaster mit Anhängern fit gemacht (Supermarkt?). Aber: Selbst wenn dort der Fußball-Trainingsplatz entsteht und gegenüber das "Betreute Wohnen", wird sich das einbiegende Verkehrsaufkommen (siehe Lohacker) in Grenzen halten.

Kurzum: Es geht an dieser Stelle nicht darum einbiegenden Verkehr zu regeln! Eine Drückampel, eine Pflasterung der Straße oder ein "schlafender Polizist" würde viel bessere und billigere Dienste zur Drosselung der Geschwindigkeit leisten.

3. Während an dieser Stelle Viertelmillionen ausgegeben werden, wird an anderen, wirklich gefährlichen Verkehrspunkten der Gemeinde noch nicht einmal geplant. Es fehlt jede Idee für die Lösung der Verkehrsprobleme in Kempfenhausen. In Assenhausen wurde vor 2 Wochen ein 9-jähriges Kind auf der Staatsstraße angefahren! Der von QUH und BG wiederholt angeforderte Radweg durch Allmannshausen ist immer noch nicht behandelt worden! Usw. ... stattdessen knickt die Gemeinde vor Maximalforderungen des Straßenbauamtes ein, dem die Ortsgestaltung und die Belange von Fußgängern offensichtlich egal sind!

Kurzum: Drängendere Probleme sind ungelöst!

4. Wenn schon ein Kreisverkehr, dann einer, der so klein wie möglich ist und sich in das Ortsbild einfügt. Kein gigantisches Bauwerk, dass den Ort dahinter verbarrikadiert und zu einem beliebigen Straßendorf macht, wie es in Deutschland mittlerweile 100.000 gibt. Vorrang müssen an dieser Stelle Fußgänger und Radfahrer haben (Letztere sollen nach dem Willen des Planers zum links abbiegen den ganzen Kreisverkehr umrunden, Fußgänger wurden nicht bedacht).

Unser Melker - anfangs ein Kreisverkehrsbefürworter - hat recherchiert: sein fundierter Artikel zur Größe von Kreisverkehren findet sich hier in den Kommentaren.

Mittwoch, 2. Juli 2008

In Berger Ateliers Folge 3: Bei Juschi Bannaski & Roman Woerndl in Aufkirchen

Immer wieder ist es ein Erlebnis in Juschi Bannaskis Aufkirchner Atelierlandschaft einzutreten:
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Nicht dass man von Juschi irgendwelche Überraschungen erwaten würde, dazu ist Juschi als Künstlerin viel zu selbstgewiß und stilsicher. Sie malt rhythmische Farbflächen, ...
P1010176 ... die immer wieder durch nette, realistische Details aufgeladen werden. Wir sprechen einen banalen Satz pathetisch aus und sagen: Ja, Juschi, das ist schön!
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Unwillkürlich von der Kunst mitgerissen wurden wir dann allerdings draußen im Garten, wo Roman Woerndls Stahlskulptur "La Mer" etwas blau und gelangweilt herumsteht. ... Wenn man sie allerdings sanft anstößt, dann beginnt das schwere Stück Stahl plötzlich zu schwingen und vor allem: zu SINGEN!


Bewegte Kunst bewegt das Gemüt. "La Mer" & Roman Woerndl (Bild anklicken!)

Wow! Damit war der Tag gelaufen: Wir bekamen das Chanson "La Mer", von dem Roman nicht einmal wußte, von wem es ist, bis heute nicht mehr aus dem Kopf. Schlimmer noch: immer wenn wir an Romans Skulptur denken, wie sie zentnerschwer im Garten liegt und ab und zu zu singen und zu schwingen anfängt, dann müssen wir innerlich lächeln, werden für einen Moment zufrieden und sehnen uns ans Meer. So wirkt Kunst! Allerdings nur in der Erinnerung, denn leisten können wir uns das Meisterwerk leider nicht:
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Und die QUH klärt auf: Lieber Roman, dein Killer-Ohrwurm "La Mer" ist von Charles Trenet, und der soll dieses Geniestück 1943 in 20 Minuten auf einer Zugfahrt durch Frankreich geschrieben haben.

Dorf Secret

Wie das Regieren so ist: Vorgestern haben wir noch rumgestänkert, schwupps schon sind wir "Geheimnisträger"
tuer-geheim Gestern tagte zum ersten mal der von der QUH mit-initiierte PUVE-Ausschuß für "Planung-Umwelt-Verkehr-Energie". Dort werden zwischen den Fraktionen in offener Art, ohne Fraktionszwang und ohne Öffentlichkeit wichtige Probleme der Gemeinde besprochen. In vielen Dingen war man sich einig, es wurden gemeinsame Strategien bei anstehenden Fragen erörtert, Fronten geklärt und gegenseitig Stimmungen ausgelotet, manchmal gar eine Zukunftsvision formuliert. Es konnten ungeschützt Ideen vorgetragen und getestet werden. Leider gebietet die lockere Arbeitsatmosphäre, dass die Öffentlichkeit bei dieser Art von Gespräch außen vor bleibt, so dass wir von der QUH noch einmal ausdrücklich daran erinnert wurden, dass über den Inhalt der Gespräche Stillschweigen vereinbart sei. Wohlan, so sei es; die Folgen dieses Abends wird man in den folgenden Gemeinderatssitzungen eh sehen, hören, erfahren. - Soviel dürfen wir verraten: Es war ein produktiver Abend voll gegenseitiger Wertschätzung.

In Berger Ateliers; Heute Folge 2: Bei Dazze Kammerl.

Dazze Kammerl aus Farchach hat zunächst einmal große Verdienste um die Ateliertage. Bei ihm laufen die Informationen über die Künstler zusammen. Er ist so etwas wie ihr "Pressesprecher". Zum anderen ist er aber natürlich selbst Künstler, der mit ausgetüftelten Druckverfahren rätselhafte Monotypien herstellt, die manchmal auch von seiner dritten Leidenschaft, der Trommelei künden.
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Dazze hat wie kaum einer das Motto der Ateliertage "Götterspeise " ernst genommen. Es hat ihn zu einer Installation inspiriert, über die wir laut und herzhaft lachen mußten: Auf einem Tisch mit nur einem gefederten Stuhl sind in 12 billigen Plastikschälchen jeweils 8 weiß gekalkte, aber sonst schon recht hinfällige Äpfel gierig um eine noble Suppenschüssel versammelt.

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Das ist zum einen nett anzusehen, spielt zum anderen auch raffiniert mit den Begriffen von Schönheit, Gier und Vergänglichkeit. Zum Lachen bringt einen das erst, wenn Dazze - nach einigem Zögern - verheißungsvoll den Deckel der Suppenschüssel in der Mitte hebt und offenbart, um was sich diese 8 Dutzend ungenießbaren Äpfel da zum Leichenschmaus ihrer selbst versammelt haben:

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In der riesigen Suppenschüssel liegt ein millimetergroßer, vertrockneter Wurm. Ein kleiner Wurm, der ganz allein die ganze Installation zum grandiosen Kollabieren bringt. Wer frisst hier wen? Der Stuhlbesitzer die Äpfel? Die Äpfel den Wurm? Oder umgekehrt? (Jetzt wo wir es verraten haben, ist die Dialektik dieses Witzes natürlich weg, aber sie ist deshalb nicht schlechter) Dazze hat den Wurm übrigens in der Suppenschüssel gefunden. Ein "Ready made by Nature". oder anders gesagt: Man muss dem Schicksal trauen, wenn es einem begegnet. Oder noch anders: Dieser Wurm ist für die Kunst den Heldentod gestorben. Dazze Kammerl hat ihm ein Requiem gebaut.

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