Bürgerforum

Mittwoch, 25. November 2015

In Farchach über Mörlbach



Fast alle betroffenen Mörlbacher Grundbesitzer waren zur Informationsveranstaltung über die Abwassersituation in Mörlbach und den möglichen Anschluss an die Verbandskläranlage nach Farchach gekommen - und dazu eine Menge Fachleute - vom Landratsamt, vom Wasserwirtschaftsamt, vom Abwasserverband und von der Gemeinde.

Offenbar werden die Mörlbacher (nach einem mühseligen 3/4 Jahr!) doch langsam etwas ernster genommen - das zeigte schon das "Großaufgebot" an Fachleuten, die aus ihren jeweiligen Bereichen Informationen beizusteuern hatten, schreibt eine Anwohnerin.


Herr Impelmann, Geschäftsführer des Abwasserverbands

Nach der Begrüßung durch BGM Monn und dem Bericht von Herrn Weiß vom Wasserwirtschaftsamt Weilheim über den Status quo der Wasserqualität im untersten Teich (schlechte Werte, Insektenlarven, Blaualgenbildung, derzeitige Verhältnisse hygienisch nicht tragbar) präsentierte Herr Impelmann drei mögliche Vorgehensweisen, wobei die Möglichkeit 3 seiner Ansicht nach die einzig sinnvolle Alternative darstelle:

M1 (Mischsystem wie bisher mit Ertüchtigung, von Dr. Finsterwalder favorisiert) ist teuer, führt zu einer Verbesserung, bekommt aber laut WWA den Regenüberlauf nicht in den Griff, d.h. die zulässigen Werte können - so Herr Impelmann - auf Dauer nicht eingehalten werden.

M2 (Trennsystem) lokal, jeder Hausbesitzer muss eine separate Niederschlagswasser–Trennung auf eigene Kosten errichten, sehr teuer für die Mörlbacher, da Mörlbach eine eigene Gebührensatzung bekommen würde.

M3 (Trennsystem) Anschluss an den Kanal, Kosten außerhalb der Grundstücke in Höhe von 1,4 Mio € übernimmt der Verband, innerhalb der Grundstücke der jeweilige Eigentümer (analog M2), das Regenwasser (ohne Vermischung mit Schmutzwasser) fließt wie bisher durch die Klärteiche

Dr. Finsterwalder stellte im 3. Vortrag die Möglichkeit der Ertüchtigung der Klärteiche vor. Nach den Vorträgen wurde diskutiert. Die Eigentümer der Teiche sind übrigens für den Anschluss an die Ringkanalisation.

Hier noch einmal der Bericht der Anwohnerin:

Es wurde sehr schön klar (auch wenn es teils recht emotional her ging angesichts der immensen finanziellen Konsequenzen, die die Ringkanalplanungen für jeden einzelnen Mörlbacher Grundbesitzer hätten), dass die spezielle Situation in Mörlbach eben doch sehr kompliziert ist. Es wurde klar, dass die Pflanzenkläranlage gut arbeitet - dies wurde auch vom WWA nicht bestritten.

Der größte Erfolg: In Person von Herrn Dr. Finsterwalder, der eben ein (Mörlbacher +) Fachmann ist und 2-3 weiteren noch zu bestimmenden Mörlbachern, werden wir nun endlich doch noch aktiv in alle weiteren Planungsschritte eingebunden. Herr Impelmann versprach, dass man das durchaus ergebnisoffen machen möchte. Wenn das nun wirklich so gehandhabt wird und eben die Ertüchtigung der bestehenden Kläranlage als ersthafte Alternative ordentlich geprüft wird, dann haben wir schon viel erreicht!
(...) Es war wirklich positiv und wir freuen uns, dass wir nun endlich in diese so wichtige Angelegenheit einbezogen werden
, so die Mörlbacherin.

Das Wasserwirtschaftsamt hat eine Frist bis zum 31.12.2019 gesetzt. Das Ziel jedenfalls ist: sauberes Wasser.

Sonntag, 22. November 2015

60 Sekunden für Paris


In Aufkirchen: Schweigeminute für Paris

Es war nur eine Handvoll Bürger, die am Freitag Abend in Aufkirchen zusammenkam, um der Opfer von Paris zu gedenken. Der starke Regen hatte viele Sympathisanten davon abgehalten, sich gegen 21 Uhr nochmals auf den Weg zu machen. Die dicken Tropfen löschten auch immer wieder die wenigen Kerzen, die entzündet worden waren, und doch wurden sie mit stoischer Ruhe stets neu angezündet. Allein schon für diese Geste war es schön, zusammengekommen zu sein.


François Jallerat

Genau eine Woche zuvor hatten die Anschläge von Paris Europa erschüttert.
Frühmorgens um sieben hatte der in Berg lebende gebürtige Franzose François Jallerat von der Schweigeminute aus den französischen Nachrichten erfahren und sofort beschlossen, das Treffen in Aufkirchen zu organisieren.


Herzstein

Mitgebracht hatte er neben Kerzen und einer Tricolore auch diverse Steine in Herzform, die er seit Jahren auf Wanderungen gesammelt hat. Frankreich und Deutschland bilden das Herz Europas. Und das muss schlagen, damit Europa weiter zusammenwachsen kann. Vive la république!

Freitag, 24. April 2015

Bürgerversammlung 2015 - Resümee

Für einen fleißigen QUH-Blog-Leser hat die Bürgerversammlung kaum etwas Neues gebracht. Wir haben von Landrat Roth gehört, dass es uns in Berg "relativ sehr gut geht" (welch schöne Formulierung) und das weitere Asylbewerber untergebracht werden müssen (die in Berg vorbildlich betreut werden).

Wir wissen, dass der Nahverkehr - vielleicht - verbessert werden wird (aber erst im Dezember 2016). Die Einheimischenmodelle werden hingegen noch dieses Jahr zugeteilt. Die Kinder werden allesamt betreut. In Höhenrain gilt jetzt Tempo 50. Einige Baumaßnahmen gibt es. Geld ist da. Das Problem mit den Lithiumbatterien kommt auf uns zu. Nur Biotonnen hat Berg zu wenige. Das war aber auch die einzige schlechte Nachricht.

Wer erwartet hatte, es könnte einen Aufmarsch der Windkraftgegner geben, wurde - wie diese selbst vielleicht auch - enttäuscht. Immerhin hat man die bislang politisch in Berg unbekannten Initiatoren zu Gesicht bekommen. Jeder Anwesende konnte sich selbst ein Bild machen. Die anderen seien auf die vielfältigen Kommentare hier verwiesen. Der Eindruck, dass die Gegner nicht ganz auf der Höhe der tatsächlichen Entwicklung sind, drängt sich weiter auf. Glaubt man auf ihrer Seite doch, dass Investitionen zu stoppen sind, die schon längst getätigt wurden.

Fast unheimlich war das demonstrative Schweigen des Saales nach ihrer Wortmeldung, das sogar dazu führte, dass es bei dieser Bürgerversammlung keine einzige weitere Wortmeldung gab. Das ist in Berg wirklich noch nie vorgekommen. Es geht uns eben "relativ sehr gut". Der Ott Michi wird hingegen vermisst.



Genauer finden Sie das alles weiter unten. Wir bitten wie immer Fehler beim hektischen Protokollieren zu entschuldigen. Enttäuschend war das Interesse der Berger Bevölkerung an der Veranstaltung, die allerdings auch nicht gerade ein Reißer war.

Nur 80 Bürger (davon 20% Gemeinderäte) waren im Saal. Davon kaum einer unter 45 Jahren. Anders sieht es hier im Blog aus: 827 einzelne Leser hatten wir gestern! Auch ein kleiner Rekord für uns. Für das Interesse bedanken sich Ihre Berichterstatter von der QUH, heute: Elke Link, Andy Ammer, Ralf Grundmann

Samstag, 24. Januar 2015

Ein gutes Ende für den Müll

Es hat gut 2 Monate gedauert … aber jetzt scheint eine lange Leidensgeschichte für die AWISTA, unseren Abfallverband, ein gutes Ende gefunden zu haben. Zur Erinnerung: Im November letzten Jahres hatte man stolz eine App für die diversen Müllentsorungungstermine vorgestellt ( http://quh.twoday.net/stories/eine-muell-und-eine-quh-app/ ). Wie die QUH herausfand, waren die Termine im Dezember dann erst fehlerhaft ( http://quh.twoday.net/stories/awista-app-fehlerhaft/ ); im Januar gab es dafür per App gar keine Termine mehr.
Ab sofort kann man sich als IPhone-Besitzer endlich über die AWISTA-App freuen. Sie funktioniert und in ein paar Wochen soll dann auch die Android-Version folgen. Wir gratulieren und stellen in 3 Tagen mal den Restmüll raus und schauen, was dann passiert.
Achtung: im App-Store gibt es noch eine zweite, Düsseldorfer, App ähnlichen Namens. Die für Berg sieht so aus:
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Dienstag, 6. Januar 2015

Morgen in Berg Gelben Sack rausstellen

Wir wollen ja nicht kleinlich sein, aber wenn man schon Geld in die Entwicklung einer schicken AWISTA-App steckt, wäre es schon gut, sie würde entweder stimmen (was im letzten Jahr nicht immer der Fall war: http://quh.twoday.net/stories/awista-app-fehlerhaft/ ) oder auch im Folgejahr noch Termine anzeigen können (kann sie nicht, siehe links). Für die neue AWISTA-App kommt das neue Jahr etwas verfrüht; sie braucht dazu erst einmal ein Update. Es ist gerade am Jahresanfang mit dem Müll nicht ganz einfach: "In der zweiten Woche des neuen Jahres ist der erste Dienstag, der 06.01.2015, ein gesetzlicher Feiertag, der zu Terminverschiebungen führt. In dieser Woche verschieben sich ab Dienstag alle anstehenden Termine um jeweils einen Tag nach hinten. Ab der dritten Kalenderwoche 2015, ab 12.1.2015 laufen die Touren dann wieder regulär." Auf der Webseite stimmen - soweit wir es sehen hingegen die Termine: Man den Kalender hier herunterladen: http://www.awista-starnberg.de/uploads/media/Berg-Abfallwirtschaftskalender-2015.pdf

Gelber Sack in Berg (z.B. Ratsgasse) morgen (7.1.); Restmüll und Altpapier wird erst am 13. zum ersten Mal abgeholt.

Montag, 20. Januar 2014

Die Berger Wehr

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Für die Berger Feuerwehrmänner und -frauen immer ein Highlight - auch wenn keine Neuwahlen anstehen: die Jahreshauptversammlung.

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Das lag nicht nur an dem knusprigen Schweinebraten mit Knödel, den Peter Reinmann, der Wirt des Oskar-Maria-Graf-Stüberl, spendierte. Und auch nicht nur an dem Fass Augustiner, das Willi Lindner ausgab. Und ebenfalls nicht an den Biertragl, die der Förderverein der OMG-Schule als Dank für das "Spiel ohne Grenzen-Biertraglklettern" beisteuerte.

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Vereinsvorsitzender Toni Lidl und Kommandant Tobi Völkl ließen das Feuerwehrjahr 2013 Revue passieren.

Ein Höhepunkt für jede Wehr: die Anschaffung eines neuen LF10, das im September im Feuerwehrhaus geweiht wurde. "Ohne Spielereien" sei es, "modern und durchdacht". Das alte Löschfahrzeug wurde für 1000 € an eine Berger Firma verkauft.

Als vorbildlich für jeden Berger Verein (auch Sportvereine) haben die 5 Berger Wehren einen 10-Jahres-Plan erarbeitet, welche Fahrzeuge in der Zukunft wann gebraucht werden. So hat der Gemeinderat Planungssicherheit und die Wehren müssen nicht ständig betteln kommen.

Der Verein konnte mit Spendengeldern eine neue Wärmebildkamera anschaffen. Und eine "Alarm App" hat sich bewährt, da damit nicht nur über Funkwecker, sondern auch über das Handy alarmiert werden kann. Toni Lidl selbst kann davon allerdings nicht profitieren, da er immer noch kein Smartphone besitzt.

Der Schwerpunkt 2014 soll bei der Mitgliederwebung liegen. Außerdem wird - entsprechend dem vom GR 2011 beschlossenen Anschaffungsplan für alle fünf Feuerwehren - ein Mehrzweckfahrzeug angeschafft werden

Zahlen lieferte Kommandant Tobi Völkl: 2013 wurde zu 101 Einsätzen gerufen. Es gab 8 Brandeinsätze, 83 technische Hilfeleistungen, 2 Sicherheitswachen und 8 Fehlalarme. Acht Menschen wurden dabei gerettet. Wegen des Hochwassers musste die Feuerwehr allein für Berg 49 mal ausrücken.

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Die 2. Jugendwartin Katrin Misselwitz berichtete von der Christbaumaktion, der Alarmübung mit Herbert Volz ("Eingeklemmte Person unter Baum") und dem Jugendleistungswettbewerb, der dieses Jahr in Höhenrain stattfand. Die Berger wurden zweiter, hinter Höhenrain. "Ein Ziel haben wir erreicht - wir haben Tutzing hinter uns gelassen", sagte Katrin. "Und Höhenrain werden wir im nächsten Jahr auch hinter uns lassen!"

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Am Rande der Veranstaltung plauderten die Pfarrerkollegen Piotr Wandachowicz und Johannes Habdank noch angeregt über den Vortrag von Lisi Maier, der Vorsitzenden des BDKJ, der beim Ökumenischen Neujahrsempfang am Donnerstagabend kontrovers diskutiert wurde.

Donnerstag, 19. Dezember 2013

75 Bergspektiven!

Unglaubliche 75 Mal gab es schon die BergSpektiven - ehemals der MTV Unternehmerstammtisch. Fünf Jahre ist die Pleite der Lehman Brothers her. Krisen und Innovationen sind heute Thema der Fragen, die Christian Kalinke (Listenplatz 10) seinem Gast Raimund Lutz, Vizepräsident des Europäischen Patentamts in München, stellt. Motto: „Innovation - Blendwerk fliegt auf“.

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"Local hero" ist Lino von Gartzen. Er ist der CIO der Berger Firma Europatent und hat sich nebenher mit der historischen Innovationskraft des Bayerischen Oberlandes beschäftigt. Aber wir kennen ihn auch als passionierten Taucher. Zuletzt hat er mit Susanne Sasse den Band "Vermisst über See" herausgebracht.

Die 75. BergSpektiven beginnen morgen, am 20. Dezember 2013, um 19:30 Uhr im Gasthof Die Post in Aufkirchen (Marienplatz 2, 82335 Berg).

Mittwoch, 20. November 2013

Berger Zivilcourage

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Markus Knobloch

Bei der heutigen Tageszeitungslektüre stießen wir auf einen uns bekannten Namen: Markus Knobloch aus Allmannshausen wurde - gemeinsam mit seinem Feldafinger Freund Nicholas Martin - für seinen Einsatz bei einem tätlichen Angriff gelobt. Ihnen sei es "zu verdanken, dass das Opfer noch lebt", heißt es im Merkur. Wir fragten Markus direkt dazu.

QUH: Hallo Markus, du stehst ja heute in der Zeitung. Erzähl doch erst mal, wer du bist!
Markus Knobloch: Ich gehe im Gymnasium Starnberg in die 11. Klasse und bin 17 Jahre alt. Ich wohne in Allmannshausen in der Gemeinde Berg und hab dort auch mal Fußball gespielt.

QUH: Du hast gemeinsam mit deinem Freund Nicholas Martin einem Menschen das Leben gerettet. Was war da los?
Markus Knobloch: Wir waren zusammen bei einem Freund und wollten eigentlich gerade nach Hause fahren, als wir Autos hupen hörten und etwas später auch Hilfeschreie. Darauf sprinteten wir los und sahen zwei Personen auf dem Boden kniend, der vordere war vollkommen mit Blut überströmt und wurde von dem hinteren gewürgt. Wir haben den Täter angeschrien, dass er verschwinden soll, worauf er dann auch aufstand und wegging. Danach haben wir Polizei und Krankenwagen verständigt und uns um das Opfer gekümmert. Der 38-jährige Täter hatte ihn zuvor mit einem Holzprügel brutal zusammengeschlagen. Mittlerweile wurde der Täter zum Glück gefasst und in die Psychatrie gebracht.

QUH: Habt ihr gezögert einzugreifen, weil es gefährlich sein könnte? Hattet ihr Angst oder war es gleich selbstverständlich?
Markus Knobloch: Als wir die Schreie hörten, sahen wir uns kurz an, liefen dann aber sofort los. Wir haben eigentlich nicht viel Zeit verloren um dem Opfer zu helfen.

QUH: Vielen Dank für das Interview und Glückwunsch zu so viel Zivilcourage!

Donnerstag, 3. Oktober 2013

Hahn im Rain

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Michael Schlagintweit ist einer der neuen Elternbeiräte der KinderArt Tagesstätte in Höhenrain. Eine Meldung ist das deshalb wert, weil er der einzige mutige Mann unter den 20 ElternbeirätenInnen ist. Den Vorsitz hat Andrea Winkler (links in pink) übernommen. Der Elternbeirat organisiert die Flohmärkte, den St.-Martins-Umzug, den Vorlesetag und andere Aktivitäten und ist auch schon mal Ansprechpartner der Politik, wenn es darum geht, die Stimmung im Kindergarten auszuloten.
Mitglieder des neuen Elternbeirats sind:
Steffi Baumgärtner, Iris Binder, Conny Schmitt, Ines Friemel, Christa Weber, Sandra Weber, Susanne Stachowiak, Silke Hanz, Melanie Brenndörfer, Liane Graf, Laura Arbogast, Michael Schlagintweit, Bettina Fiur, Sandra Kölbl, Andrea Winkler, Ina Gebhart, Andrea Monn, Ulrike Deis-Hornfeck, Elisabeth Radermacher und Eva Lindner.

Freitag, 20. September 2013

In dubio contra Bürger - die Antwort des Abwasserverbandes an die QUH

Prompt und ausführlich hat der Abwasserverband auf die Fragen der QUH geantwortet. Der Vorwurf der QUH, dass generell bei Nicht-Wissen erst einmal davon ausgegangen wird, dass die Bürger ihre Dächer kostenpflichtig in den Kanal entwässern, wurde leider bestätigt: "Wir müssen erst mal annehmen, dass es in den Kanal geht, weil man von oben nichts anderes erkennt." Das heißt: Im Zweifelsfall Gebühren zahlen? ... Nein, da bleiben wir - insbesondere in unserer Gemeinde, in der man im Regelfall von kostenneutraler Versickerung auf dem Grundstück ausgeht - ganz anderer Meinung. Wir raten weiter jedem Dachbesitzer zur genauesten Überprüfung.

Die Antwort darauf, wieso in Berg für jede versiegelte Garageneinfahrt zukünftig eine Gebühr erhoben wird, während in Seeshaupt keine Flächenbestimmungen durchgeführt werden, weil dort "kein Grundstück an eine öffentliche Regenwasseranlage angeschlossen ist" (ad 5), verstehen leider wir immer noch nicht. Hieße das nicht, dass unten im Süden alles Regenwasser in das Abwasser geleitet wird, was wir ja gerade durch die Gebühr verhindern wollen? Das Vorgehen des Verbandes hat sicher seine Richtigkeit, aber sorry, dafür reicht unser kleines Gemeinderatsverständnis nicht aus.

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Das Wasser im Starnberger See bei Unterberg vor einem halben Jahrhundert

Die Anworten des Geschäftsführers Norbert Impelmann im Einzelnen:

ad 1 & 2 (Wie kommt es zu den falschen Einschätzungen?)

Abwasserverband: "Wir haben nur ca. 2/3 der Eigentümer (...) angeschrieben, von denen wir im Verband nicht ermitteln konnten, ob sie in die öffentliche Regenwasseranlage einleiten. Der Verband hat vor dem Versand der Ermittlungsbögen folgende Maßnahmen ergriffen:
- eine Bestandsplanerstellung mit den Gemeinden von unserem Ingenieurbüro Dr. Pecher und Partner. Darin wurden alle Regenwasseranlagen der Mitgliedsgemeinden dargestellt (...).
- Auf den Plänen zur Korrektur für die Gemeinden, wurden alle Grundstücke farblich dargestellt, deren Eigentümer angeschrieben bzw. nicht angeschrieben werden. Alle Kenntnisse, die bei den Gemeinden vorliegen, wurden damit erfragt und auch eingearbeitet. Genauere Kenntnisse liegen bei den Kommunen nicht vor, weil diese bisher wohl in diesem Umfang bisher nicht notwendig waren.
- Die Datenermittlungsbögen wurden nur vorausgefüllt mit der Frage verschickt, wie die Verhältnisse denn wirklich sind. Denn über die Luftbilder kann nur ein Teil der Informationen festgestellt werden. Die Eigentümer kennen ihr Grundstück am besten - und werden deshalb vom Verband um ihre Mithilfe gebeten!
- Soweit aus den Vorrecherchen erkennbar war, dass Flächen in die Grünfläche ableiten, wurde das berücksichtigt.
Um später korrekt kalkulieren zu können, muss der letzte Schritt gemacht werden: Also der Bürger gefragt werden, ob der Anschluss an den bereitliegenden Regenwasserkanal gemacht wurde oder eben versickert oder anderweitig abgeleitet. Wir müssen erst mal annehmen, dass es in den Kanal geht, weil man von oben nichts anderes erkennt.
"

ad 3 & 4 (Wie kann man nachweisen, dass man kein Wasser einleitet?)

Abwasserverband: "Es geht hier um keine Schuld. Es wird keiner dafür belangt, wenn er nicht antwortet und Fehler macht. Unsere Datenermittlung ist auch eine Aufklärungsaktion! Für die Kalkulation müssen Flächen ermittelt werden, die wir entsprechend dem Kanalverlauf jetzt annehmen müssen. Ohne konkrete Flächendaten gibt es keine konkrete Kalkulation. Rechtlich wird niemand belangt! Es liegt doch im Interesse der Bürger, möglichst genau zu antworten – wir haben jedoch keinen Genauigkeitsgrad vorgegeben."

ad 5 (Unterschied zu Seeshaupt, wo keine Flächenermittlungen betrieben wurden)

Abwasserverband: "Prinzipiell gilt für Seeshaupt natürlich das Gleiche wie für alle anderen Kommunen. In der Gemeinde Seeshaupt ist aber bekannt, dass kein Grundstück an eine öffentliche Regenwasseranlage angeschlossen ist. So wurde dies von der Gemeindeverwaltung angegeben."

ad 6 (Rechenfehler)

Abwasserverband: "Von „peinlichen Rechenfehlern“ kann keine Rede sein. Bei 11.000 Grundstücken sind bisher nur drei Rechenfehler entdeckt worden. Diese sind durch einen EDV-Übertragungsfehler entstanden."

ad 7 (Höhe der neuen Gebühr)

Abwasserverband: "(...) Die neue Regenwassergebühr ergibt sich aus den an den Regenwasserkanal angeschlossenen Flächen. Also kann die Gebühr erst nach Ablauf der jetzigen Flächenermittlung erfolgen – eine Hochrechnung zum jetzigen Zeitpunkt ist unseriös, weil es noch keine Grundlage gibt!"

ad 8 (Einsicht in die Luftbilder)

Abwasserverband: "Die Bürger können in den extra vom Verband eingerichteten Bürgerbüros die Luftbilder einsehen. Dies ist für alle möglich!"

ad 9 (Länge der Einspruchsfrist)

Abwasserverband: "Wir haben keine Einspruchsfrist! Die Nichteinhaltung des jetzigen Termins 14. Oktober hat keinerlei rechtliche Folgen. Die Flächen können immer, sogar nach Erhalt der Bescheide im Frühjahr 2014, geändert werden."

Wir haben die ausführlichen Anworten des Abwasserverbandes zur leichteren Lesbarkeit geringfügig gekürzt; den gesamten Text des Antwortschreibens können Sie in den Kommentaren nachlesen.

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