Asyl in Berg

Mittwoch, 13. April 2016

Asyl in Berg: Neue Aktivitäten


Im Bärlauch

Unser emsiger Helferkreis war wieder aktiv: Es ging zu zwei Ausflügen in die "Jugendsiedlung Hochwald" in Königsdorf.


Mit Stefan Rudolf und Barbara Höfler


Gerhard Fiedelius mit Quamar aus Pakistan

Die Erwachsenen, Kinder und Jugendlichen aus Afghanistan kletterten auf Bäume, überquerten Bäche, sichteten Ringelnattern und Eidechsen, Seidelbast und Greifvögel. Alle waren vom ersten bis zum letzten Moment derart ausgelassen, wach, aktiv und strahlend glücklich, daß es ansteckte. Die Frauen ernteten begeistert und konzentriert den Bärlauch, nachdem sie gebrieft worden waren. Die Kinder erkundeten die Isar und Kiesbänke, heißt es im Bericht. Fast alle aus der zweiten Gruppe, allesamt aus Pakistan, die am nächsten Tag mitkamen, wagten sich sogar schon zum Baden in die Isar. Brr! Am Montag bauten die Afghanen den Bärlauch bereits in ihre eigenen Gerichte ein.


In kleiner Runde

Am Sonntagabend wurde im Katharina-von-Bora-Haus gemeinsam mit den Asylsuchenden aus Syrien gekocht - es gab Falafel, Baba Ghanoush, Tabouleh und weitere Köstlichkeiten.


Auch Musik durfte nicht fehlen

Näheres zum Helferkreis finden Sie auf der Homepage: http://asyl-in-berg.de/pages/willkommen.php

Es werden übrigens weiterhin Paten gesucht - und außerdem Fahrräder.

Sonntag, 27. März 2016

Asyl in Berg: Osterspaziergang zur Berger Burschenschaft


Eine gelungene Begegnung - Stefan Groß und Qasim

Einen freundlichen Empfang bereitete die Berger Burschenschaft einer Gruppe pakistanischer Campbewohner, die in Begleitung zweier Mitglieder des Helferkreises der Wachhütte einen Besuch abstatteten. Der Besuch war vorher bei Obermadl Nina Göring angefragt worden, die sofort zugesagt hatte


Freundlicher Empfang

Man machte sich in der Frühlingssonne vom Camp aus zu dem Spaziergang auf. Unterwegs wurde die Maibaumtradition erklärt. Als Gastgeschenk wollte man der Burschenschaft frische Brezen mitbringen - die wurden freundlicherweise von Bäckermeister Toni Lidl gespendet. Er fand die Aktion klasse und wollte damit "Integration und Brauchtumspflege" in Berg unterstützen.

Bei der Wachhütte angekommen staunten die Gäste erst über den dreißig Meter langen Baum. Dann machte man sich mit den Burschen und Madln bekannt - jeder stellte sich vor und nannte seinen Namen.


Qamar und Rashid im Gespräch mit Vizeoberbursch Maximilian Stumpfe und Vizeobermadl Laura Wastian-Haslbeck


Kennen sich schon: Stephan Keilitz ist direkter Nachbar des Camps, seine Mutter Patin von Arslan

Die Burschen zeigten die Gerätschaften und erklärten sie. Gleich darauf wurde mit angepackt - man merkte gleich, wer schon einmal solche Geräte benutzt hatte, und die pakistanischen Asylbewerber durften beim Hobeln mit Hand anlegen.


Arslan am Hobel


Maximilian Stumpfe passt gut auf, während Qasim den Baum bearbeitet

Mit vereinter Kraft wurde auch der Baum gedreht, um ihn überall gleichmäßig abschleifen zu können.


Der Baum wird gedreht

Dann aß man gemeinsam man die Brezen und zeigte die Wachhütte - eine schöne Begegnung. Unsere Burschenschaft empfing die Besucher mit einer selbstverständlichen Offenheit. Wir können stolz auf sie sein.

Ein frohes Osterfest!

Die Berger Burschenschaft hat übrigens am 29. April die Couplet AG zu Gast, im Festzelt am Freitag vor der Maifeier.

Samstag, 19. März 2016

Ein Brief aus dem Camp an die Deutschen

Bei der Info-Veranstaltung gestern in der Post (siehe folgenden Artikel) haben sich nicht nur die Berger über die Flüchtlinge, sondern auch zwei unserer Gäste über die Berger informiert. Nach ihrem Besuch in der "Post" haben sie einen offnenen Brief an uns, die Gemeinde, eigentlich an ganz Deutschland geschrieben:

"Liebe Deutsche,

am Freitagabend beschlossen mein Freund Qadeer Sultan und ich, die Bürgerversammlung im Gasthof „Die Post“ in Aufkirchen zu besuchen. Wir wussten, worum es an dem Abend gehen sollte: Wie geht man mit den Asylsuchenden um, die derzeit in so hoher Zahl nach Deutschland kommen.

Wir waren die einzigen Flüchtlinge in diesem Raum, in dem so viele von Ihnen versammelt waren. Zuerst war das ein seltsames Gefühl. Doch dann habe ich gemerkt: Wir alle haben Ängste. Vielleicht haben manche Deutsche mehr Angst vor uns als wir vor ihnen.

Ich möchte ihnen sagen: Wir Flüchtlinge kommen auch um des Friedens willen. Bitte haben Sie keine Angst vor uns. Wir hier in Berg sind keine Terroristen. Wir alle respektieren Sie und die deutschen Regeln. Wir befolgen diese Regeln. Sie alle sind freundliche, liebevolle und friedliche Menschen. Wir werden den Frieden hier niemals zerstören.

Alle von uns sind dankbar für Ihre Unterstützung und die Liebe, die wir hier erfahren dürfen.

Arslan Hafeez
"


Qadeer und Arslan im Camp

Der Text lautet im englischen Original:

"Dear Germans

On Friday evening me and my friend Qadeer Sultan decided to join the Bürgerversammlung at Alte Post in Aufkirchen. We knew topic would be how to handle refugees who come in so high number to Germany these days.

Strangely we were the only refugees in that room filled with so many of you. It was strange at first. Then I noticed: All of us have fears. Maybe some german people are more afraid of us than we are afraid of them.

I want to tell them: We all refugees also come for peace. So dont be scared from us. We here in Berg are not terrorists. We all respect you and respect german rules. We all follow that rules. You all are nice caring loving and peacefull persons. We never destroy peace from here.

We all are thankfull for your support and love

Arslan Hafeez"

(Arslan hat der Veranstaltung bereits auf Deutsch folgen können, für Qadeer und die "Daheimgebliebenen" hat eine der Helferinnen Teile der Veranstaltung ins Englische übersetzt.)

Freitag, 18. März 2016

Die Halle in Höhenrain - jetzt nur noch Not-Not-Nagel?

Die dritte Info-Veranstaltung der Gemeinde Berg gestern Abend war längst nicht so überfüllt wie die ersten beiden - dennoch: Es musste zwar niemand weggeschickt werden, aber es gab kaum noch freie Plätze.



Über die Asyl-Lage der Dinge in Berg berichteten Bürgermeister Monn, Landrat Roth, Kreisbaumeister Dr. Kühnel, Stefan Derpa, Geschäftsbereichsleiter Öffentliche Sicherheit und Ordnung im Landratsamt, Iradj Teymurian vom Helferkreis und Kai Motschmann von der Polizeiinspektion Starnberg.

Hier die wichtigsten Zitate und Wortmeldungen:

Bgm. Monn: "Bisher waren wir Getriebene - die Gemeinde wie das Landratsamt. Derzeit scheint es etwas Luft zu geben." Er schilderte die aktuelle Situation mit bald 141 Asylsuchenden in Berg, bedankte sich - mit der Aufforderung zu einem Sonderapplaus - beim Helferkreis und bat um Mäßigung bei unbedachten Äußerungen, die an ihn herangetragen wurden.

Landrat Roth: Herr Roth beschrieb die Explosion der Zuweisung von Asylsuchenden seit Ostern 2015. Die Menschen sollen aber jetzt möglichst nur noch in festen Bauten untergebracht werden. Alles sei besser als Zelte und Thermohallen. Das LRA versuche, in jede Kommune Containeranlagen zu bringen. Nach Biberkor kämen nur Familien oder Alleinreisende mit Kindern (bis max. 27 Personen). Turnhallen sollen im Landkreis weiterhin nicht genutzt werden - man hält immer noch Ausschau nach Grundstücken. Das letzte Wort für die Halle ist noch nicht gesprochen!

Kreisbaumeister Dr. Kühnel: Die Zeltanlage in Berg ist "ein Sorgenkind von uns, keine Frage - aber sie spart uns drei Turnhallen". Die Anlage sei zudem immer wieder nachgebessert worden. Weiterhin sei es Ziel, keine Turnhallen zu verwenden. Er stellte die Grundrisse der Containeranlagen vor - Wohnungen mit 2x3 Betten und Küche. "Auf keinen Fall" sollen noch Zeltanlagen oder Traglufthallen entstehen. Auf sog. "C-Standorten" könnten aber Hallen in ansprechender Bauweise entstehen, deren Grundriss er vorstellte.

Stephan Derpa, LRA: Herr Derpa stellte die Leistungen des Landratsamts in den jeweiligen Unterkünften vor - vom Hausmeister bis zum Sozialpädagogen. Sicherheitspersonal gebe es in Großunterkünften, in kleineren Einheiten sei das nicht notwenig. "Wie es in Berg weitergeht, ist noch unklar." Die Halle sei auf jeden Fall besser als eine Zeltlösung.

Kai Motschmann, PI Starnberg: Die Verhältnisse in der Unterkünften seien definitiv abhängig von der Größe. Die PI Starnberg sei zuständig für Starnberg, Berg, Feldafing, Pöcking und Tutzing. Dort habe es 2015 bis März 2016 99 Anzeigen gegeben. In Berg gab es 13, davon betrafen acht gegenseitige Körperverletzungen in der Zeltanlage. 80 zusätzliche Vorgänge gab es insgesamt - Streitigkeiten, Verlust von Papieren, Ruhestörungen - in Berg davon 7. Zugenommen hätte das durch den erhöhten Alkoholisierungsgrad der Flüchtlinge auch das Aggressionspotential. Es gab insgesamt 43 Straftaten im Zusammenhang mit den Unterkünften, davon 2 in Berg: Im Februar wurde ein Exibitionist angezeigt, in einem zweiten Fall fühlte sich ein junges Mädchen verfolgt, wurde aber nicht angesprochen. Es sei auch noch nicht klar, ob das ein Asylbewerber gewesen sei. Es gab keine Tätlichkeiten. Die Lage insgesamt belaste die Starnberger Polizei deutlich, die Auswirkungen auf die Bevölkerung hielte sich aber in Grenzen.

Iradj Teymurian, Helferkreis: "Ich habe mitbekommen, dass Höhenrain nur eine Not-Notlösung sein wird - und man versucht, eine Containeranlage zu finden - ist das richtig?" Er sprach sich gegen Höhenrain als Standort aus. Er bat alle anwesenden Mitglieder des Helferkreises, aufzustehen - unter großem Applaus erhoben sich etwa 25 Personen.

Dr. Kühnel direkt darauf zusammengefasst: "Wir brauchen mehrere Grundstücke, um eines zu finden. Wir brauchen Rettungsfallschirme. Wir kennen die Mängel von Höhenrain, es ist kein Lieblingskind von uns. Aber es ist ein Notnagel. Wenn wir bessere Grundstücke finden, freuen wir uns alle. Aber es wäre nicht fair, Versprechungen zu machen."

Mehr zu den Wortmeldungen aus dem Saal später im Lauf des Tages.

Donnerstag, 17. März 2016

Das Feuerfest


Im Sprung (Foto: Andreas Huber)

Am kommenden Sonntag beginnt im persischen Kalender mit der Frühlings-Tag-und-Nacht-Gleiche das neue Jahr. Dieser Feiertag heißt "Norouz" - übersetzt der "neue Tag" - ein Wort, für das es fast so viele Schreibweisen gibt, wie das Jahr Tage hat. Diese Feier des Winterendes wird nicht nur im Iran, sondern u.a. auch in Afghanistan groß gefeiert.


Der Tisch mit den symbolischen Gegenständen

Schon mehrere Tage vor Norouz wird in den Häusern - ähnlich wie bei uns der Weihnachtsbaum - ein Tisch mit symbolischen Gegenständen (Haft Sin) aufgestellt. Sieben Gegenstände, die auf Farsi alle mit dem Buchstaben S beginnen, gehören unbedingt dazu: Die Hyazinthe, die den Frühling symbolisiert, Münzen für Wohlstand, gekeimter Weizen für eine gute Ernte, Malzpudding für Nahrung, Äpfel für Gesundheit, Mehlbeeren für die Saat des Lebens, Essig für Fröhlichkeit. Zusätzlich können noch Eier für Fruchtbarkeit, Kerze für Licht, Spiegel für Reinheit, Sumach für den Geschmack des Lebens mit auf den Tisch gestellt werden - und auch Goldfische - das Tierkreiszeichen Fische ist das letzte des zoroastrischen Jahres.

Einige Tage vor dem Neujahr wird dann das Feuerfest begangen, bei dem über das Feuer gesprungen wird.


"HAP" Donya Schraudenbach mit einigen ihrer Schützlinge

Die Bergerin Donya Schraudenbach, die selbst aus dem Iran stammt und als "HAP", also Hauptansprechpartnerin, im Helferkreis engagiert ist, hat gestern für die afghanischen Bewohner der Zeltstadt und ihre Paten ein Feuerfest organisiert.


Gemeinsam kochen (Foto: Andreas Huber)

Mit afghanischen Mädchen und deutschen Frauen wurde geschnippelt, gebacken und gekocht. Diesmal stand freundlicherweise der katholische Pfarrsaal zur Verfügung, samt der tatkräftigen Unterstützung der wunderbaren Frau Schickhaus, die es sich nicht nehmen ließ, ebenfalls über die im Garten aufgestellten Feuerschalen zu springen. Auch der evangelische Pfarrer Habdank und der katholische Pfarrer Wandachowicz nahmen an der Feier teil.


Am Büffet (Foto: Andreas Huber)

Gemeinsam wurde gegessen und getrunken, und als die afghanischen Männer eine Gitarre zückten und ein Lied anstimmten, entdeckte Iradj Teymurian sogar ein paar Tränen in Donyas Augen ...

Eine schöne Fortsetzung der kulinarischen Begegnungsreihe zwischen Deutschen und Asylbewerbern - bei der jeder vom anderen lernen kann.

Heute Abend findet übrigens die dritte Informationsveranstaltung der Gemeinde zum Thema "Asyl in Berg" statt. Sie beginnt um 20 Uhr im Gasthof Die Post in Aufkirchen.

Sonntag, 6. März 2016

Ein Fest


Die Gastgeber des Abends

Es wurde ein richtiges Fest gestern Abend im Katharina-von-Bora-Haus.
Was war da los?

Im Helferkreis war die Idee entstanden, gemeinsam mit Bewohnern der Zeltanlage, Mitgliedern des Helferkreises und interessierten Bergern zu kochen und zu essen. Die "Topfgucker"-Veranstaltungen, für die Pfarrer Habdank freundlicherweise das Katharina-von-Bora-Haus zur Verfügung stellt, soll künftig einmal im Monat in wechselnder Besetzung stattfinden.


Beim Kochen (Foto: Andreas Huber)

Gestern Abend fand die Premiere des "West-östlichen Koch-Diwans" im größeren Rahmen statt.
Eine Gruppe Pakistaner, darunter ausgebildete Köche, ein Patissier und ein Bäcker, hatte den ganzen Tag gekocht - rund um das Katharina-von-Bora-Haus duftete es schon nach den Gewürzen.


Gemeinsam wurde geschnippelt und gerollt ...


... gebraten und gerührt ...


... gekocht und gedämpft

Zur Premiere waren ausnahmsweise auch der Bürgermeister, der Gemeinderat und Vertreter der Feuerwehr und der Kirchen geladen.


Fast alle Fraktionen waren vertreten

Außer CSU, FDP und BG, von denen niemand gekommen war, waren alle Fraktionen samt Bürgermeister fast vollständig vertreten und nutzten die Gelegenheit zum Austausch mit den Asylbewerbern und den Mitgliedern des Helferkreises. Auch zahlreiche Paten und Sprachlehrer aus dem Helferkreis waren erschienen.

Nachdem sich alle am Büffet mit verschiedenen, allesamt köstlichen Speisen versorgt hatten, gab es auch musikalische Darbietungen. Es wurde viel gelacht, und das Wort, das an dem Abend sicherlich am häufigsten gebraucht wurde, war "Danke!".


Ein pakistanisches Lied, konzentriert vorgetragen


Ein deutscher Chor


Gespräche


Draußen am Grill


Und es wurde sogar getanzt


Foto: Andreas Huber

Eine Anekdote noch zum Schluss: Als der Kommandant der FFW Berg an einen Tisch trat, wurde er von einer Dame aus dem Helferkreis fälschlicherweise für einen Asylbewerber gehalten und gefragt, ob er denn auch fleißig Deutsch übe ...

Viele schöne Bilder finden Sie auch auf der Homepage des Helferkreises: http://asyl-in-berg.de/pages/posts/west-oestlicher-koch-diwan-87.php

Freitag, 4. März 2016

Wann und ob

Früher, zu Zeiten des kalten Krieges, gab es den Berufsstand des "Kreml-Astrologen", der die Erklärungen der Machthaber daraufhin abtastete, was in ihnen wirklich gesagt wurde. Ähnlich geht es jetzt BGM Monn, der am Dienstag im Gemeinderat eine "Information an die Gemeinderäte" schriftlich vorformuliert hatte, "um nicht missverstanden zu werden" (die QUH berichtete). Gerade deshalb lässt die Erklärung alles an Interpretation zu.


Die Erklärung des Bürgermeisters

Insbesondere Sätze wie: Es könne "nicht abgesehen werden, wann und ob die Leichtbauhalle in Höhenrain benötigt wird", haben Anlass zu Spekulationen gegeben. Ist es den Protestlern gelungen, das Projekt zu kippen?

Der Bürgermeister betonte, dass "wenn es denn von den Vereinen gewollt ist - auf der Festwiese in Höhenrain alle für 2016 geplanten Feste uneingeschränkt … stattfinden können". Auf die Nachfrage von GR Ammer (QUH), was das zeitlich bedeute, gab es die Antwort, dass das Oldtimertreffen am 31.7. geplant sei.

Gestern im Merkur klang das anders: "Die Notunterkunft für Asylbewerber auf dem Festplatz in Höhenrain wird heuer nicht mehr gebaut. Und eventuell wird sie gar nicht errichtet", berichtete gestern der Münchner Merkur. Früher hätte man das "wohlunterrrichtete Kreise" genannt. Vor zwei Wochen sagte Dr. Kühnel auf der Berger Gemeinderatssitzung noch, die Halle werde unbedingt noch in diesem Jahr benötigt.

Die Höhenrainer hatten auf Transparenten dem Bürgermeister "Verrat an den eigenen Leuten" vorgeworfen und Vereine wie der "Soldaten- und Kriegerverein" hatten angekündigt, unabhängig vom Zeitplan auf der Festwiese keine Veranstaltungen mehr zu machen.

Am 17. März ist dennoch die Informationsveranstaltung in der Post geplant. Der Bürgermeister hatte sich beim Rat für den Veranstaltungsort entschuldigt: Der Saal beim "Alten Wirt" in Höhenrain sei zu klein.

Montag, 29. Februar 2016

Hilfe für den Helferkreis

Da staunten manche Gemeinderäte nicht schlecht, als sie sich am vergangenen Dienstag auf Einladung des Helferkreises zu einem Treffen im Hotel Schloss Berg einfanden: Sie waren sogar tief beeindruckt.

Der Helferkreis erzählte von der Ausgestaltung des Camps - "das einzig Freundliche dort sind die Bewohner" - und präsentierte eine Übersicht über die Arbeit, die geleistet wird. Man hat sich in 7 Gruppen organisiert. Diese sind:


Zum Vergrößern bitte anklicken

- Allgemeine Koordination
- Sprachkurse
- Arbeitsplatzbeschaffung
- Sport- und Freizeitaktivitäten
- Kinderbetreuung
- Gästevertreter
- Kommunikation & Treffpunkt

Jeder Bereich hat einen sogenannten "HAP", einen HauptAnsprechPartner. Aus jedem Bereich wurde den Gemeinderäten und dem Bürgermeister berichtet.


Das Wichtigste: Sprachunterricht in Berg (Foto: Michaela Luyken, aus dem Gemeindebrief der Ev. Gemeinde)

Derzeit sind 133 Menschen im Helferkreis engagiert. Sie leisten jede Woche gemeinsam ungefähr 4-500 Arbeitsstunden. Fast jeder Flüchtling hat einen "Paten". Den Sprachunterricht übernehmen im Wechsel 21 Kursleiter in 9 Kursen. 10 weitere Betreuer geben wöchentlich ca. 80 Stunden Nachhilfe. Dafür fehlt es an Räumen. Von den 111 Gästen besuchen 72 die Kurse - eine extrem gute Quote. In anderen Orten liegt sie teilweise nur bei 30%.

"Wir machen das, weil es unser Ort ist". Das heißt: Die Arbeit ist ehrenamtlich, aber nicht uneigennützig. So hieß es in der Einladung: Nur, wenn wir es schaffen, diese Männer, Frauen und Kinder zu integrieren, die jetzt in unserer Mitte leben, kann Berg die neue Situation konfliktfrei und ohne erhebliche Verwerfungen innerhalb unserer gemeindlichen Struktur meistern. Wir engagieren uns also nicht "nur" für die Menschen, die ihre Heimat verlassen mussten, sondern auch dafür, dass unsere Heimat so lebenswert bleibt, wie sie ist.

Es gibt extreme Unterschiede zwischen den Nationalitäten

Die "Ländervertreter" (jede große Völkergruppe im Camp hat einen Vertreter) berichteten über die unterschiedlichen Ausgangslagen: Die Pakistaner, bei denen es sich ausschließlich um junge Männer handelt, sind arbeitswillig und besitzen größtenteils Englischkentnisse. Bei den Afghanen hingegen sind hauptsächlich ganze Familien zu uns gekommen, deren Ausbildung teilweise äußerst rudimentär ist, bis hin zum Analphabetismus. Am besten funktioniere die Integration bei der Gruppe der Syrer.

Die Einladung des Helferkreises hatte zwei klare Ziele: Zum einen möchte man dringend die Einstellung eines Asylsozialberaters/einer Asylsozialberaterin erwirken, der/die die Arbeiten koordiniert. So beeindruckend professionell der Helferkreis bisher agiert hat, "mehr geht nicht". "Wir können nicht mehr leisten", gestand Iradj Teymurian. Die Gemeinderäte zeigten sich endlich überzeugt, dass auch ein Minijob für diese Arbeitslast nicht ausreicht.


Herr Teymurian erläutert die Struktur des Helferkreises

Was wird außerdem noch benötigt?

- Vor allem eine Begegnungsstätte außerhalb der Zelte: Ein leerstehender, genügend großer Raum mit Teeküche ist in Berg nicht verfügbar. Die Kirchen und das Hotel Schloss Berg bietet zwar immer wieder Räume an, auch in den Räumen der Berger Feuerwehr finden Kurse statt, aber es fehlt eine "neutrale" Begegnungsstätte für Flüchtlinge und Berger … das geht von der Hausaufgabenbetreuung bis hin zum gemeinsamen Kochen. Die kath. Kirche hat bereits zugesagt, dass die unbebaute Fläche am Huberfeld genutzt werden dürfe. Kann man eine wetterfeste Hütte - so wie in Tutzing - selbst bauen? Der Bürgermeister sagte zu, bei Eigenleistungen - zum Beispiel Kooperationen des Helferkreises samt Flüchtlingen und vielleicht den Burschenschaften - für das Material aufzukommen.

- Arbeit: Der Helferkreis hat außerdem soeben einen Flyer veröffentlicht und ein Anschreiben an die örtlichen Firmen verfasst. Dort heißt es: "Wir bitten Sie als kleine und große Betriebe in der Gemeinde Berg zu prüfen, ob Sie Praktika, Lehrstellen oder Minijobs anbieten können. Zugegeben, der Weg zur Beschäftigung unserer Gäste ist kein leichter: die meisten haben keine Berufsausbildung und trotz der Deutschkurse und der großen Fortschritte ist die Sprache oft noch holprig. … Trotzdem: Arbeit und Beschäftigung sind der beste Weg zur Integration."

Der Helferkreis hat hierfür 2 Ansprechpartner:
- Karl Morasch: kontakt@morasch-berg.de, 08151/51414 und
- Markus Pfeiffer: helferkreis@oberealpe.de, 08171/ 9978942.
Den Arbeits-Flyer finden Sie hier: Faltblatt Asyl Jobs

- Manpower: Der Helferkreis sucht jetzt schon Paten für die Asylbewerber, die in Höhenrain erwartet werden. Wenn Sie Interesse haben und sich mit engagieren möchten, melden Sie sich über dieses Formular: http://asyl-in-berg.de/pages/unsere-aktivitaeten.php

- Information: Die Gemeinde lädt für Donnerstag, den 17.03., um 20 Uhr in den Gasthof "Die Post". Dort soll angesichts der geplanten Flüchtlingshalle die dritte Informationsveranstaltung zum Thema "Asyl in Berg" stattfinden.

Sonntag, 28. Februar 2016

Schild und Wahrheit

Mit den Worten "Als ehemaliger Höhenrainer muss ich mich dafür wirklich schämen!!!" wurde uns - sozusagen als Einleitung zu dem unten stehenden Artikel - dieses Bild vom Schilderkampf in Höhenrain zugeschickt:



Es haben sich aus Höhenrain schon die ersten neuen Mitarbeiter für den Helferkreis gemeldet.

Montag, 22. Februar 2016

Protest gegen den Protest in Höhenrain


Durchgestrichen


Ausgetauscht

Ganz offensichtlich ist die Höhenrainer Bevölkerung - natürlich - nicht geschlossen gegen die Wahl der gemeindeeigenen Fläche am Ortsausgang Richtung Buchsee als Standort für die Halle, die das Landratsamt zur Unterbringung von Geflüchteten dort errichten will. Das zeigt sich nicht nur daran, dass bereits Höhenrainer - und nicht nur Höhenrainer, sondern Bürgerinnen und Bürger aus allen Ortsteilen - im Helferkreis engagiert sind und mit Deutschunterricht, Patenschaften oder sonstigen Aktivitäten helfen, die Situation gemeinsam zu bewältigen.

Nachdem wer auch immer ein Banner mit der Aufschrift "De eigna Leid ham uns verron, so genga Brauchtum + Jugend verlorn" am Ortsrand aufgestellt hatte, wurde die Aufschrift in der Nacht vom Samstag auf Sonntag zunächst übersprüht, dann wurde ein Banner mit der Aufschrift "Humanität" darüber angebracht.

Selbiges war allerdings am Sonntagmorgen bereits wieder verschwunden.

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