Viel Wind um wenig Wind
Das hier im QUH-Blog veröffentlichte "Privatwindgutachten" von Michael "Aviator" Stock (vgl. http://quh.twoday.net/stories/ein-erstes-windgutachten ) sorgt weiter für Diskussionsstoff. Die Frage: "Wie kann es sein, dass Gutachten und Empirie so weit auseinander liegen?" trieb - als leidenschaftlichen Naturwissenschaftler - am meisten den "Aviator" um. Er schrieb uns erst: "Ich werde schauen, ob sich die Windgeschwindigkeiten aufgrund von äußeren Einflüssen im Bereich der Wetterstation noch irgendwie schönrechnen lassen." Dann hat er sich gestern Nachmittag noch einmal an die Arbeit gemacht und die Meßwerte vor seinem Fenster in Oberpfaffenhofen (OBI) mit denen aus München verglichen ...

Da braut sich was zusammen: Die rätselhafte Kraft des Windes über den Wadlhauser Gräben
Nach einigen Rechenarbeiten hat der "Aviator" schließlich eine mögliche Erklärung für die unterschiedlichen Werte gefunden (und ausführlich hier im Kommentar veröffentlicht: http://quh.twoday.net/stories/das-leidige-thema/#49598212 ). Wir zitieren die wichtigsten Passagen:
"Interessanterweise entsprechen die Meßwerte der Münchener Stationen nicht den Durchschnittswerten, sondern den Spitzenwerten von OBI. Daraufhin habe ich die OBI-Anlage gestern in Augenschein genommen: Erkennbar null Wind, das Anemometer stand, Spitzenwerte mit 0,5 - 2,0 m/s nur von 15-16, 20-21 und 22-23 Uhr, 5-Minuten-Durchschnittswerte entsprechend der geringen Dauer der Windspitzen 0,2 - 0,9 m/s. Zur gleichen Zeit zeigten die Münchener Stationen (Giesing, LMU) aber dauerhaft Windgeschwindigkeiten von 1-2 m/s an, die es in OBI definitiv nicht gab.
Das kann durchaus an den anderen Windverhältnissen im Stadtgebiet liegen. Möglich ist aber auch, daß die dort angezeigten Windgeschwindigkeiten Spitzenwerte sind, also auch sehr kurze Böen ausweisen, und diesen Wert bis zur nächsten Messung halten.
(...)
Ich habe (...) versucht, die von den Windgutachten prognostizierten Werte zu erreichen, (...) indem ich statt der Durchschnittswerte die Spitzenwerte verwendet und zusätzlich den Windzunahmefaktor auf 2,12 erhöht habe. Damit habe ich so getan, als ob jede auch noch so kurze Windböe mindestens 5 Minuten lang anhält, wir uns auf dem offenen Meer ohne jede Oberflächenunruhe befinden und die Nabenhöhe des Windrads 200m beträgt. Zusätzlich mußte ich dann noch einen Söder-Zuschlag von 6% draufgeben (2,0 auf 2,12).
Das ist (...) eine Milchmädchenrechnung, liefert aber immerhin Erkenntnisse. In dieser Rechnung zeigt sich theoretisch ein Vorteil der kleineren Anlage (SWT 2.3), die zwar eine ungleich geringere Spitzenleistung erbringt, aber wenigestens etwas früher in den Constant-Speed-Bereich kommt und damit bei Schwachwind nicht ganz so sinnlos vor sich hinmühlt. Die (...) hätte damit in der Theorie die Chance, aufgrund der EE-Subventionierung wenigstens die Verzinsung des für sie eingesetzten Kapitals zu erwirtschaften.
Nur: Die oben gemachten Annahmen sind aufgrund der tatsächlichen Meßwerte von OBI, meiner Beobachtungen von gestern und der angenommenen Windzunahme (...), unrealistisch.
Vielleicht ist das der Grund dafür," - schreibt QUH-Leser "Aviator" - "daß man keine WKA-Windmeßwerte bekommt und der Windatlas und die meisten Windgutachten das Doppelte des in OBI Gemessenen versprechen."
Wir sind tief beeindruckt. Danke für die Mühe und die Erkenntnisse, lieber "Aviator".

Da braut sich was zusammen: Die rätselhafte Kraft des Windes über den Wadlhauser Gräben
Nach einigen Rechenarbeiten hat der "Aviator" schließlich eine mögliche Erklärung für die unterschiedlichen Werte gefunden (und ausführlich hier im Kommentar veröffentlicht: http://quh.twoday.net/stories/das-leidige-thema/#49598212 ). Wir zitieren die wichtigsten Passagen:
"Interessanterweise entsprechen die Meßwerte der Münchener Stationen nicht den Durchschnittswerten, sondern den Spitzenwerten von OBI. Daraufhin habe ich die OBI-Anlage gestern in Augenschein genommen: Erkennbar null Wind, das Anemometer stand, Spitzenwerte mit 0,5 - 2,0 m/s nur von 15-16, 20-21 und 22-23 Uhr, 5-Minuten-Durchschnittswerte entsprechend der geringen Dauer der Windspitzen 0,2 - 0,9 m/s. Zur gleichen Zeit zeigten die Münchener Stationen (Giesing, LMU) aber dauerhaft Windgeschwindigkeiten von 1-2 m/s an, die es in OBI definitiv nicht gab.
Das kann durchaus an den anderen Windverhältnissen im Stadtgebiet liegen. Möglich ist aber auch, daß die dort angezeigten Windgeschwindigkeiten Spitzenwerte sind, also auch sehr kurze Böen ausweisen, und diesen Wert bis zur nächsten Messung halten.
(...)
Ich habe (...) versucht, die von den Windgutachten prognostizierten Werte zu erreichen, (...) indem ich statt der Durchschnittswerte die Spitzenwerte verwendet und zusätzlich den Windzunahmefaktor auf 2,12 erhöht habe. Damit habe ich so getan, als ob jede auch noch so kurze Windböe mindestens 5 Minuten lang anhält, wir uns auf dem offenen Meer ohne jede Oberflächenunruhe befinden und die Nabenhöhe des Windrads 200m beträgt. Zusätzlich mußte ich dann noch einen Söder-Zuschlag von 6% draufgeben (2,0 auf 2,12).
Das ist (...) eine Milchmädchenrechnung, liefert aber immerhin Erkenntnisse. In dieser Rechnung zeigt sich theoretisch ein Vorteil der kleineren Anlage (SWT 2.3), die zwar eine ungleich geringere Spitzenleistung erbringt, aber wenigestens etwas früher in den Constant-Speed-Bereich kommt und damit bei Schwachwind nicht ganz so sinnlos vor sich hinmühlt. Die (...) hätte damit in der Theorie die Chance, aufgrund der EE-Subventionierung wenigstens die Verzinsung des für sie eingesetzten Kapitals zu erwirtschaften.
Nur: Die oben gemachten Annahmen sind aufgrund der tatsächlichen Meßwerte von OBI, meiner Beobachtungen von gestern und der angenommenen Windzunahme (...), unrealistisch.
Vielleicht ist das der Grund dafür," - schreibt QUH-Leser "Aviator" - "daß man keine WKA-Windmeßwerte bekommt und der Windatlas und die meisten Windgutachten das Doppelte des in OBI Gemessenen versprechen."
Wir sind tief beeindruckt. Danke für die Mühe und die Erkenntnisse, lieber "Aviator".
ammer - 2011/10/30 00:01
Eben Flaute, ...
Und auch diese Fragen wurden bereits gestellt:
Was heißt das für die Gemeinde:
- Keine WKAs mehr in den WGs?
- Gar keine WKAs mehr in der Gemeinde? Oder:
- Darf nun jeder bauen wo er will, Grund hat und der Wind weht?
Wer kam überhaupt auf die Wadelhauser Gräben?
Wurden die am Ende vorgeschoben, um andere windreichere Zonen zu
verschonen und das Wahlvolk dort milde zu stimmen?
Es wird gemutmaßt, in Höhenrain würde es ausreichend wehen.
Ja ist denn schon Wahlkampf?
Nun denn, warten wir mal das nächste Windgutachten ab.
Die bereits gemachten, m.E. sehr aussagekräftigen Aussagen vom Aviator hier im Blog müsste man erst mal glaubwürdig widerlegen, um den Standort WG zu rechtfertigen.
Herde an Hirte